Dienstag, 26. September 2017

Sechs I das Geburtstags-Shirt

Ich habe gerade einen einigermaßen dicken Kloß im Hals. Ich habe ein Shirt genäht mit einer 6 drauf. Na genau genommern mit "sechs" - aber es bleibt sich gleich. Der Zwerg ist schon wieder ein Jahr älter. Und dieses Jahr wünschte er sich einen Löwen auf dem Shirt. Aber einen lieben.
Nö ist klar, hab ich mir gedacht - wenn ich Tiere zeichne, dann sehen die immer lieb aus - ich fürchte nur, die sehen dann so lieb aus, dass mein Schulkind das auf einem Niveau uncool findet, für das ich kaum noch Wöter kenne.
Glücklicher Weise gibt es aber tolle Kinderbücher mit Zeichnungen von Menschen, die nicht wie ich den Stift nach den letzten Tag Kunst-LK für Jahrzehnte nur noch zum Einkaufszettel-Schreiben in die Hand genommen haben.
Und deshalb gibt es im Zwergen-Kleiderschrank nun dieses Löwen-Shirt:

Ich muss ja gestehen, dass ich es ziemlich super finde. Ich mag den Löwen schon im Buch sehr. Auf dem Shirt mit der sechs statt des Nashorns - lalala - ich mag es ja so sehr, wenn was so klappt, wie ich mir das einbilde.
Und ich liebe (!) es, ein Bild in Schichten zu zerlegen und diese Schichten dann nach und nach auf den Stoff zu bringen, Nähte zu setzen und zuzusehen, wie das Bild entsteht und sogar ein wenig dreidimensional wird.
Wobei ich mich jedes Mal, wenn das Tier auf dem Shirt ist und ich Augen nähen oder wie in diesem Fall von Hand sticken muss, frage, wo eigentlich die kleine Helfer-Elfe bleibt, die das rasch für mich erledigt, während ich mir einen Tee aufbrühe. Linkes Auge: 15 Minuten. Rechtes Auge: 30 Minuten und drei mal wieder Auftrennen. So! nervig!

Aber am Ende ist dann das Shirt fertig. Im besten Fall hat es kein oder nur ein winziges Loch vom Nähen und wieder Auftrennen und das Kind freut sich.
Hoffentlich! Am Donnerstag.

Das Buch ist übrigens dieses hier: CLICK und wer es haben möchte oder muss, bestellt es bitte nicht online sondern im Buchhandel - von wegen Einzelhandel stärken und so.
Shirt -> Creadienstag, HOT, Made4BOYS. Ich -> Schreibtisch: Lernen!Muss morgen einen Vortrag halten - hab ich in etwa 1000 Jahre nicht gemacht...

Bis dahin.
Alles Liebe
Anna

Sonntag, 17. September 2017

12 von 12 l im September 2017

Soll ja schon ab und an mal vorgekommen sein, dass ich meinen 12 von 12-Post am 13. des Monats veröffentlicht habe. Am 17. aber noch nie. Bis heute. Aus Gründen.
Grund Numero eins: ich habe Ende Juli meinen Rechner überschwemmt. Und noch keinen neuen. Was kein Problem ist - außer es kommt zusätzlich Grund Numero zwei dazu: der Liebste ist ab Montag bis Samstag in München zum Drehen. Und wenn dann noch Grund Numero drei: ich habe den schlimmsten 12. ever dazu kommt, dann passiert sowas eben. Dann will ich die Fotos nicht auf dem Handy umformatieren und dann auf dem Tablet den dazugehörigen Text tippen. Dann sitz ich das einfach aus. So ist das.
Jetzt aber:

Als ich bemerke, dass es sich um den 12. des Monats handelt ist es 8:30 Uhr und schiebe meinen Jüngsten gerade durch den Prenzlauer Berg. Bis heute war 8:30 eine relativ gute Zeit für eine Kalender-Erinnerung denn bislang war vor 8:30 nicht viel los im Hause tepetua. Seit dem 11.9. haben wir aber ein Schulkind im Haus und um 8:30 ist gefühlt der halbe Tag schon vorbei. Vor allem, weil der Zwerg zum dritten Mal in Folge vor Aufregung gegen 5:30 aufgewacht ist und als kleines Bonus Feature den Wichtel gleich auch noch wach gemacht hat. 
Mein Status ist zu diesem Zeitpunkt: ich bin hormonell beeinträchtig, übermüdet, leicht gehetzt vom Zwerg pünktlich zur Schule bringen, hungrig und ungeduscht. Laune: geht so.

Der Wichtel hat eine fies juckende Stelle am Arm. Die wurde zwar von der Kinderärztin bereits bewundert, aber es wird nicht besser. Immerhin hat der Wichtel im Watezimmer großen Spaß daran, auf das kleine Podest zu klettern und sich selbst zu feiern, weil er darauf laufen kann. 

Mit Salbennachschub im Gepäck geht es eilig zur Kita. Dann ab ins Einkaufscenter. Dort muss ich meine schlechte Laune erst mal mit Kaffee und Zimtbrötchen dämpfen. Das klappt ganz gut. Ich entscheide, dass ich meine Kräft für das Zeitfenster nach 15:30 schonen muss, wenn ich das Vergnügen haben, zwei müde Kinder zu bespaßen, zu füttern, in Schlafanzüge zu packen und zum Einschlafen zu überreden. Das hat gestern nur so mittelgut geklappt. Der Zwerg ist halt recht aufgedreht und war morgens schon recht pampig zu mir.
Ich beschließe, ihm sein aktuelles Lieblingsessen zu kredenzen. Das hat den Vorteil, dass ich es nicht selbst zubereiten muss: Schnitzel - das wird ohne 17 Liter Fett in der Pfanne nix. Und darauf hab ich keinen Bock. Glücklicher Weise hat ein Restaurant um die Ecke heute Schnitzeltag! Das trift sich gut. Als ich da ankomme, ist der Wirt noch im Aufbauen. Als Ex-Kellnerin warte ich bereitwillig und geduldig. Entschleunigung ist ja was Gutes!

Zu hause werfe ich einen Blick auf die Schnitzel und entscheide mich spontan, dass Pommes dazu eh viel besser sind. Ich esse die Bratkartoffeln zu mittag.

Dann freue ich mich über meinen albernen Deko-Fund.

Im Anschluss bereite ich noch schnell den Gurkensalat für`s Abendessen vor. Vorbereitung ist alles. Nur nichts dem Zufall überlassen. Die Kinder wittern Schwäche...

Dann lege ich mich in die Badewanne. Als Entschädigung dafür, dass das mit dem Duschen heute morgen nichts geworden ist.

Bevor ich gen Kita husche putze ich noch ein paar meiner Schuhe. Die hatten es bitter nötig! Dann hol ich meine Kröten ab. Die Babykröte will laufen. Das würde aber ewig dauern. Ich fahre sie auf dem Fahrrad. Sie schreit. Auf dem Rückweg darf sie laufen. Die Babykröte wirkt zufriedener. Der Schulzwerg mault: er will Schokolade. Er will einen Freund besuchen. Er will, will, will...

Ich will nach hause. Und ich spüre, dass der Zwerg im Hamsterrad feststeckt. Ich versuche ihm sanft zu erklären, dass ich nicht möchte, dass er heute noch mit dem Nachbarsjungen Aktion macht. Er flippt aus. Und er will Scho-ko-la-de! Ich besänftige. Ich erkläre mich - ganz kurz. Viele Worte machen kann ich grad auch nicht. Ich bin bepackt wie ein Muli!

Er brüllt. Wütet. Schreit. Schlägt. Ich bin leiser verzweifelt.

Ich stecke beide Kinder gegen halb sechs in die Badewanne. Eine kurze Verschnaufpause. Das Schulkind entspannt sich. 

Ich schöpfe Hoffnung, dass wir die Kurve gekriegt haben. 

Aber nur kurz. Zum Abendessen um kurz nach sechs ist er so wütend und agessiv wie ich ihn noch nie erlebt habe.
Ich bin müde. Ich bin hormonell beeinträchtigt. Ich breche in Tränen aus. Zum etwa fünften Mal an diesem Tag. Dann bringe ich den Kleinen ins Bett. Dann den Großen - der sich, nach der bislang heftigsten Ansage von mir als Mutter an ihn mein Kind, zusammen reißt.
Ich schlafe ein. Gegen zehn Uhr stehe ich auf und mache die Küche, mache die Wäsche, mache die Vesperdosen. Gegen zwölf falle ich ins Bett. Ein Tag zum Abgewöhnen!

Spoiler: Am Mittwoch war es wieder nix mit Duschen bevor ich das Haus verlassen habe... Seit Donnerstag ist es wieder friedlicher bei uns im Haus. Der Zwerg wird vom Wecker geweckt und steht nicht um 5 Uhr wach und aufgekratzt auf der Matte. Der Wichtel musste sich dann am Mittwoch den Raum nehmen, den er sich am Dienstag nicht nehmen konnte...
Es war ein sehr mieser Zeitpunkt für Drehtage! Aber ich bin stolz auf mich und meine Kinder. Wir haben das hinbekommen. Und wir sind daran gewachsen. 

Und im nächsten Monat ist ein neuer 12.. Bestimmt.

Alles Liebe
Anna

Dienstag, 5. September 2017

Kletties I DIY

Ok, jetzt mal ganz ehrlich - ich hatte es gehofft, aber so richtig daran geglaubt, dass ich es hinbekomme, die Kletties noch vor Einschulung zu nähen und parallel auch noch Fotos zu machen, hatte ich nicht. Hat aber geklappt. Machmal läuft`s einfach. (Besonderen Dank verdient an dieser Stelle mein Mann, der sich auf`s Rad geschwungen hat, um die letzte fehlende Zutat aus dem Kurzwarenladen zu besorgen. Danke, François!)


Das sind sie. Macy, Clay, Lance, Jestro, Aaron und Axl - und in ihrem Rücken Hakenband. Es war ein langer Weg bis dahin. Aber ich glaube, es hat sich gelohnt. Und wenn ich die Reaktion meines Zwergs richtig einschätze, mach ich in der nächsten Woche noch ein paar Ninja.

ZUTATEN-LISTE:
Wunschmotiv in Wuschgröße als PDF
T-Shirt-Transferfolie für weiße Textilien
Jersey in weiß - möglichst wenig elastisch
transparente Plastikfolie (Mülltüten z. B.)
Aufbügelbares Volumenvlies
Doppelseitiges Textilklebeband
Hakenband 10 cm
(Transparentes Nähgarn)
Pappkarton für Schablonen
außerdem:
Bügeleisen, Bügelbrett, Nähmaschine, Stoff- und Papierschere

Als erstes muss das Motiv auf die Transferfolie (Achtung! Bei machen Anbietern muss spiegleverkehrt gedruckt werden. Grundsätzlich empfiehlt sich ein Testdruck, um die Größe zu überprüfen.)

Die Zeit, in der die Folie auskühlt, kann genutzt werden, um eine Schablone anzufertigen. Sie sollte die Größe haben, die der Klettie haben soll. Anschließend eine zweite Schablone zuschneiden. Ihre Maße sind Durchmesser der ersten Schablone minus 1 cm - also rund herum vom Motiv 0,5 cm abschneiden.

Mit Hilfe der ersten Schablone die Form des Kletties auf das Trägerpapier der Transferfolie und die Rückseite des Hakenbands übertragen. 

Als nächstes das Motiv entlang der aufgezeichneten Linie ausschneiden.


Zwischen zwei Lagen Backpapier wird nun das Motiv mit 4 Lagen Plastikfolie überzogen. Wie das mit dem Plastikfolie-Bügeln geht, wird hier beschrieben. (Danke, liebe Ina!) Nach jeder Folienschicht muss das Motiv auskühlen. Anschließend die Ränder versäubern.


Unter Zuhilfenahme der zweiten Schablone ein Stück Volumenvlies zuschneiden und auf die Rückseite des Motivs aufbügeln (Backpapier unterlegen).

Das sieht jetzt schon ein wenig toll aus. Fehlt nur noch der Klett. 
Der wird mit Hilfe des Textilklebebands mit dem Motiv verbunden. Ich habe das Hakenband vorher zugeschnitten, musste dann aber noch mal nachbessern. Unter Umständen kann man auch erst Hakenband und Motiv verbinden und dann das Hakenband zuschneiden. Entlang der Außenkante des Hakenbands die Haken abschneiden/kürzen.


Zu guter Letzt entlang der Außenkante mit Zickzackstich versäubern. Ich habe dazu Stichlänge 1-1,5 und Stichbreite 3-3,5 gewählt. Das Motiv zeigt beim Nähen nach oben.

Fertig! 
Wozu das Ganze? wird sich jetzt der eine oder andere vielleicht fragen. Und wozu braucht man denn bitte diese Kletties?
Mein Großer startet am Samstag (ja, in Berlin am Samstag) in seine Schulzeit. Dafür wurde hier im Haus so einiges angeschafft - z.B. die Schultüte und der Schreibtisch die man hier bewundern kann. Ein Schulranzen musste auch her. Nur bekomme ich von den meisten "Jungs-Ranzen" (Unisex gibt es irgendwie nicht oft) starke Augenschmerzen wegen der hässlichen Muster und der furchtbar scheußlichen Motive. 
Dank J., der über uns wohnt und den der Zwerg mega-cool findet (der geht schon in die 3. Klasse und ist sein Freund!) konnte ich den Zwerg ohne größere Probleme zu einem Ergobag überreden. Ich hab ihm die ganzen anderen fiesen Dinger gar nicht gezeigt und da J. genau den hat, den ich haben wollte, war das ein Selbstläufer. (Ja, das mag jetzt der eine oder andere fies finden, aber ich werde das Ding fast genau so oft sehen, wie der Zwerg und deshalb darf es ruhig uns beiden gefallen. UND ich habe bereits von sehr vielen Eltern gehört, dass sie in der 2. Klasse einen neuen Ranzen kaufen "mussten", weil der Spross einen riesen Aufstand machte, da seine Motivwahl jetzt leider als total uncool angesehen würde. Ich will aber, dass mein Kind seinen Ranzen bis zur 4. Klasse einschließlich behält. Wenn ich das nicht hinbekomme, mache ich ne Witze-über-Anna-Linkparty auf!
Langer Rede...
Es ist ein Ergobag in uni-blau. Ich bin happy, das Kind ist happy. Allerdings hat J. den gleichen. Und J.s Mama hat mir gesteckt, dass es doch von Vorteil wäre, den Ranzen (bzw. Rucksack) optisch von den uni-blauen Modellen der anderen Kinder abzugrenzen. (Ich und J.s Mama sind da offensichtlich nicht die einzigen im Kiez mit dem Augenschmerz-Problem...)
Die Firma Ergobag hat diverse Klettie-Set im Sortiment und man darf sich sogar selbst welche designen. Das ist toll. Nur gibt es für mein Kind einfach nichts größeres als Lego NinjaGo und Nexo Knights. Und die Chuzpe, Bilder zum Druck hochzuladen, an denen ich das Bildrecht nicht habe, hab ich dann doch nicht. 
Also selber machen. 
Alle Fragen beantwortet und alle Unklarheiten beseitigt?
So oder so, ich muss jetzt die Fenster putzen. Schließlich kommt am Freitag die halbe Sippschaft. Für noch mehr erklärende Worte ist jetzt einfach keine Zeit mehr.

Meine DIY-Kletties hefte ich jetzt noch in die Linksammlungen von Creadienstag, HOT und Made4BOYZ.
Alles Liebe
Anna 


PS: Ich finde die Sachen von Ergobag recht toll. Ich schreibe das, weil es meine Meinung ist und werde bedauerlicher Weise nicht von Ergobag subventioniert. 

PPS: Wenn du den Zwerg vor Samstag sprichst - Psssssst! - Er kriegt sie erst am Samstag Mittag. ;-)