Dienstag, 12. Dezember 2017

12 von 12 l im Dezember 2017

Ich habe keine wirkliche Idee, weshalb, aber gerade gelingt es mir relativ häufig wirklich im Moment zu sein. Ich tanze auf relativ vielen Hochzeiten - alle sind relativ überschaubar, was die Gästeanzahl betrifft - aber sie sind sehr unterschiedlich und wie gesagt viele. Ich freue mich gerade wirklich sehr, dass ich meine Ausbildung, Kita- und Schultermine, meine Kinder und Weihnachtsvorbereitungen so unter einen Hut bekomme, dass ganz manchmal sogar ein wenig Zeit für meinen Mann und ab und an sogar etwas Zeit für mich übrig bleibt. (Über den Zustand unseres Haushalts und die Anzahl und Größe der Wollmausfamilien unter diversen Möbelstücken lege ich an dieser Stelle den Mantel des Schweigens.) Und am tollsten finde ich, dass es mir oft gelingt, dem, was mir begegnet, Aufmerksamkeit zu schenken und mich, soweit es erfreulich ist, daran zu erfreuen.
Das alles gelingt mir leider nur, weil ich den Kontakt zu meinen Freunden nahezu auf null reduziert habe und meinen kleinen Blog hier abgesehen von einem Tag im Monat schmählich vernachlässige. Das fällt mir nicht leicht. Er fehlt mir. Aber wenn das der Preis ist, den ich zahlen muss, um die Vorweihnachtszeit zu erleben, glückliche und entspannte Momente zu haben mit meinen Liebsten, dann ist das so. Und dann ist das auch gut so.
Soviel zum Wort zum Sonntag... Es folgt: Dienstag der 12.12.2017:
Der Wecker klingelt und ich fühle mich aufsteh-bereit. Das ist im direkten Vergleich zum Montag schon ein enormer Schritt in die richtige Richtung. Verrückt, wie viel besser ich mich mit 7,5 statt 4,5 Stunden Schlaf fühle.
Erstmal zwei Schluck Kaffee auf dem Hocker neben der Heizung am winterlichen Küchenfenster im Schummerlicht. Dann muss ich aber wirklich in die Gänge kommen.

Der Zwerg ist wach und plündert, wie jeden Morgen, zuerst den Adventskalender (ein aufgeteiltes Lego-Set). Ich überlege mal wieder, ob ich das nicht als ganzjähriges Modell einführen sollte - er kommt so viel besser aus dem Bett...

Wenig später wird der Wichtel wach. Großes Gekuschel und Stillen - dann ebenfalls Adventskalender plündern. Anziehen, schminken, ect. Kaum ist der Große aus dem Haus will der Kleine noch mal kuscheln und stillen. Diese Momente (verpixelt oder nicht) sind die besten am Tag!

Kurz nach 9 - heute ist Projekttag - das Pensum ausgesprochen überschaubar - die Anzahl der bisher erschienenen Kollegen ebenfalls. Ich trinke erst mal einen Becher Tee, esse ein Hasenbrötchen vom Biobäcker und sinniere (mal wieder) was die Zeichen auf dem Nachbarhaus wohl bedeuten mögen. Schwarmintelligenz?! HILFE! Meine Lerngruppe und ich werden schön langsam bekloppt im Kopf - weil wir es nicht sinnbringend entziffern können!

Dann setze ich mich mit dem heutiegn Thema auseinander: die Rechte und Pflichten des Mediator laut Mediationsgesetz. Es könnte kaum trockener sein... glücklicher Weise arbeiten wir im Team. Austausch hilft über Gesetzestext hinweg.

Besonders komplex war das jetzt nicht. Gegen 12 bin ich fertig. Ich gehe Mittagessen mit einer netten Kollegin. Sehr sehr wirklich guter Laden: Falafel Aladdin in der Stargarder Straße! Super Falafel. Leckeres Schawarma. Mega nette Menschen! Leider hab ich vergessen die Zwiebeln abzubestellen... aber nächstes mal bestimmt... hoffentlich!

Nächster Stopp: der Laden neben diesem wunderhübschen Graffiti 

Genau! der neben dieser hübschen Wand

Exakt! der mit der tollen Auswahl! (Ach egal, ihr zwei habt es eh längst erraten! An dieser Stelle liebste Grüße in den hohen Norden!): Boessner.

Auf dem Heimweg noch ein Abstecher zu Moby Dick. Eigentlich wollte ich ja eins der Bücher besorgen oder wenigstens bestellen, die die liebe BerlinMitteMom so angepriesen hat... aber nix da! Vergriffen! Statt dessen verlieb ich mich in dieses wunder-wunder-schöne Bilderbuch. Zauberhaft!
Dazu Kaffee. Perfekt!

Dann investiere ich kurz etwas Zeit in mich und betreibe 15 Minuten lang Augenpflege aka Ratzefisch und Freunde aka Powernap.

Pünklich um 16:00 Uhr sitze ich mit acht weiteren Elternsprechern in der Wichtel-Kita und versuche verzweifelt nicht zu traurig zu werden, weil es die letzte Sitzung ist, zu der die bisherige Leiterin der Kita und deren Stellvertretung eingeladen haben. Ab 2.1. nächsten Jahres sind beide Positionen neu besetzt - von Extern - und der 28-jährige (!) neue Leiter (klaro, ein Mann) muss in verflixt große Fussstapfen treten. Ich hoffe, er wird diesem großartigen Haus gerecht! 

Zu hause fliegt mir der Wichtel in die Arme. Großes Kuscheln! Dann mache ich Pizza. Derweil steckt der Wichtel die Minions-Sammelkarten des großen Bruders von oben durch die Rillen in die Heizung (Reminder an mich selbst: das muss ich beheben, bevor der Zwerg das merkt!!!) Randnotiz: Ich finde es einfach nur bemerkenswert und grossartig, mit welcher Ernsthaftigkeit Kleinkinder so etwas tun - als wäre es das Allerlogischste der Welt und dringend notwendig. 
Der Liebste holt den Zwerg von einem Freund ab. Wir essen. Die Kinder werden gekuschelt, geküsst und ins Traumland verabschiedet. Und ich trinke jetzt noch eine Tasse Glühwein mit meinem Mann. Und dann gute Nacht!

Schön das Du hier bist! Danke, dass Du Dir Zeit genommen hast, hier vorbei zu schauen.
Alles Liebe

Anna